Neive

LDie Geschichte von Neive

Neive.

Der Ort Neive war bereits ab der Jungsteinzeit, also vor etwa 5000 Jahren, besiedelt. Seine Umgebung ist durch dichte Wälder gekennzeichnet und reich an Wasserläufen. Die Ligurer drangen in das Gebiet ein und ließen sich nieder. Bis zur Ankunft der Römer um das 2. Jahrhundert v. Chr. hielten sie den gallischen Völkern stand.
Durch Neive führte die Via Aemilia, die Konsul Scauro im Jahre 109 v. Chr. erbauen ließ, um eine Verbindung zwischen Acqui und Alba zu schaffen; der Ort verdankt seinen Namen einer römischen Adelsfamilie, der „gens Naevia“ oder „Naevii“, in deren Besitz er sich befand. Die historischen Ereignisse des alten Roms fanden hier nur ein schwaches Echo, da es sich um ein Grenzgebiet handelte; in den ersten Jahrhunderten nach Christus kam es jedoch häufig zu Raubzügen der Barbaren.
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert drangen die Sarmaten in das Gebiet ein und blieben dort bis zur Ankunft der Langobarden im 6. Jahrhundert. Unter der Herrschaft von Karl dem Großen wurde der Ort als Lehen vergeben.
Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches kamen die Ungarn und danach die Sarazenen. Auf diese Zeit geht der Bau der ersten befestigten Burg zurück, von der heute keine Überreste mehr zu sehen sind.
Neive und das Gebiet um Alba wurden von Otto I. von Sachsen um das 10. Jahrhundert befreit; auf diese Zeit geht die Gründung der „cella Nevigiensis“ zurück, eines Benediktinerklosters, das der Abtei Santa Croce in Mortara (Provinz Alessandria) unterstellt war und von dem heute nur noch der Glockenturm im romanischen Stil übrig ist. Es ist überliefert, dass das Lehen Neive zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert unter einigen örtlichen Gutsherren aufgeteilt wurde, insbesondere ging es an die Familie De Revello; um das Jahr 1190 erhielt der Ort den Status einer Gemeinde, und sein Schicksal folgte einmal dem der Gemeinde Alba und dann wieder dem von Asti, da er zwischen ihnen aufgeteilt war. Neive war auch in die ständigen Kämpfe zwischen den zwei seit jeher rivalisierenden Städten verwickelt.
Im Jahre 1274 wurde die Burg von Neive wegen eines Streites zwischen Asti und Alba überfallen und absichtlich zerstört. Im 14. Jahrhundert wurden Alba und Asti durch die Kämpfe zwischen Welfen und Ghibellinen zerrissen: 1387 folgte Neive der Stadt Asti unter der Stadtherrschaft von Giangaleazzo Visconti und wurde zur Mitgift für dessen Tochter Valentina, die dem Herzog von Orléans zur Braut gegeben wurde.
Bis 1512 blieb die Lage unverändert; danach stand das Gebiet unter der Herrschaft von Franz I., von Karl V. von Spanien, und 1530 ging es an Karl III. von Savoyen. 1560, nach etwa 17 Jahren französischer Usurpation, kehrte es wieder in die Hände des Hauses Savoyen zurück, mit Emanuele Filiberto und seinem Sohn Carlo Emanuele I.. Unter seiner Herrschaft wurde Neive im Jahre 1618 zu einem Lehen, das dem Grafen Vittorio Amedeo Dal Pozzo zugewiesen wurde, dem ehemaligen Marquis von Voghera, der den Titel des ersten Grafen von Neive übernahm.
Die letzte Gräfin von Neive, Maria Vittoria, heiratete den zweitgeborenen Sohn des ersten italienischen Königs, Vittorio Emanuele II., und wurde für einen kurzen Zeitraum auch Königin Spaniens.
Mit dem Hause Savoyen lag das Schicksal von Neive in der Hand des Königreichs bis zur Gründung der ersten italienischen Republik.